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„Bausteine des Ich“
Programm 2022/2

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Aziz, 25 Jahre, Azubi Pflegefachmann.
 

Die Hormone und besonders die Glückshormone hat Aziz zu seinem Thema gewählt. „Welche Hormone brauche ich für meine Arbeit und mein Leben?“ fragt er sich.  Aziz hat einige von ihnen ausgewählt.

Lili- Marie, 18 Jahre, Abiturientin.

Was ist mein genetischer Fingerabdruck?

Wessen Informationen trage ich in mir? Lili-Marie hat sich in ihrem Kunstwerk mit zahlreichen

Familienfotos auseinandergesetzt. Damit erzählt sie, wie viele Menschen in einer Person ihre Botschaft hinterlassen.

Sei es in der Uni, in der U-Bahn, auf einem Sparziergang oder beim Bäcker. Wir begegnen im Durchschnitt pro Tag 76 Menschen, nur einen Bruchteil von diesen kennen wir persönlich. Von den meisten wissen wir nicht, wohin sie gerade gehen, was sie gerade beschäftigt, was sie beruflich machen, oder auch wie sie heißen. Die einzigen Informationen, die man in diesem Augenblick sicher über die Person hat, sind, dass sie gerade an diesem Ort ist und wie sie aussieht. Viele dieser Menschen wird man nie wieder sehen und die einzige Interaktion wird dieser eine Moment gewesen sein. Doch was wäre gewesen, wenn man sich mehr Zeit für diese Person genommen hätte? Hätte sie dir zu deinem neuen Job verhelfen können? Hätte sie deine Perspektive auf die Welt durch eine einfache Erzählung ein bisschen ändern können? Hättest du mit ihr zusammen lachen können? Wäre sie eine gute Freundin/Freund geworden? Diese Sätze werden im Konjunktiv stehen bleiben, denn der Mut, der Wunsch oder das Interesse mit der anderen Person Kontakt aufzunehmen war nicht dar. Von Menschen auf der Straße angesprochen zu werden, scheint schon fast verdächtig. Der Grund, wissen zu wollen, wer eine Person tatsächlich ist, ist gesellschaftlich betrachtet nicht ausreichend, um Kontakt aufzunehmen. Doch selbst wenn wir Menschen kennenlernen, lernen wir sie wirklich kennen? Was wissen wir wirklich über sie? Schauen wir richtig hin, wer diese Menschen tatsächlich sind? Bei wie vielen Menschen können wir sagen, was ihnen wirklich wichtig ist, was sie ausmacht, was ihre Träume und Sehnsüchte sind? Aber können wir das überhaupt über uns selbst sagen? Jeder Mensch hat zwei Eltern, vier Großeltern, 8 Urgroßeltern und 16 Ururgroßeltern… Allein, wenn man bis zu dieser Generation zurückgeht, sind das 30 Lebensgeschichten, die wohl alle irgendwie in mir verankert sind, trotzdem kenne ich die meisten dieser Lebensgeschichten nur aus kleinen, kurzen Geschichten über irgendeine Episode aus diesem Leben. Einer meiner Großväter war politischer Gefangener unter dem kommunistischen Regime in Rumänien, eine meiner Großmütter floh mit 21 Jahren aus Rumänien und ließ ihre Familie zurück, meine Ur-Oma wurde nach Ende des zweiten Weltkrieges aus dem ehemaligen Ostpreußen nach Bayern vertrieben. Ich kenne nur Schnipsel aus diesen Leben, die wie ein ganzer Roman sein könnten. Ich kenne meine Eltern, habe alle meine Großeltern und zwei meiner Urgroßmütter kennengelernt. Ich kenne diese Menschen, aber kenne ich sie wirklich? Ich weiß nur von einigen wenigen Eckpunkten ihrer Geschichten, obwohl ihre Geschichte auch Teil meiner Geschichte ist. Doch scheinen mir diese Menschen, die meine Vorfahren sind, wie Fremde. Wie nah bin ich diesen Menschen tatsächlich? Machen sie mich aus oder ist es nur Zufall, dass sie sich im Stammbaum oberhalb von mir befinden? Ich habe sie nie wirklich kennengelernt. Habe ich überhaupt eine Verbindung zu ihnen?

Wer waren diese Menschen?

Wieso weiß ich so wenig über meine eigene Geschichte?

Kenne ich mich dann überhaupt selber?

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Vererbt werden körperliche Merkmale wie zum Beispiel Körperwuchs, Blutgruppe oder Haarfarbe, Anfälligkeiten für Krankheiten und Widerstands-fähigkeit, aber auch typische Verhaltensmuster wie Ängstlichkeit oder Selbstbewusstsein und Fertigkeiten wie beispielsweise handwerkliches Können oder musische Begabung

Quelle:sign-lang.uni-hamburg

 

Verschiedene Verhaltensmuster und Persönlichkeitsaspekte sind durchaus „vererbbar“. Das grundlegende Temperament eines Kindes ist angeboren. Es wird von vielen Faktoren bestimmt, unter anderem der Erbanlage und verschiedenen Einflüssen während der Zeit im Mutterleib.

Quelle: TK-Die Techniker

Sheka, 22 Jahre, Azubi Elektrotechnik.

Anhand des Aufbaus eines Chromosoms hat sich Sheka Gedanken über die Sinnlosigkeit von Rassismus gemacht und Parallelen zwischen den Anteilen eines Chromosoms und unseren Werten gezogen.

Als ich 2016 in einem Flüchtlingslager in Libyen war und dort unter Lebensgefahr acht Monate verbringen musste, habe ich das erste Mal erlebt, dass Menschen wegen ihres andersartigen Aussehens, ihrer Hautfarbe und ihrer Volkszugehörigkeit benachteiligt und bedroht werden - dabei gehört zu den bekanntesten Ergebnissen der Humangenetik, dass Menschen, gleich ob

nahe verwandt oder von verschiedenen Regionen oder Erdteilen, etwa

99,9 Prozent ihres Erbguts gemeinsam haben.

Quelle: C.G.Nicholas, u A. Human Variation. From the Laboratory to the Field

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Nayida , 21 Jahre , Abiturientin setzt sich mit dem Thema Geschlechter-unterschiede -chancen auseinander.

 

Ist es immer eindeutig, welches Geschlecht entsteht?

Ein gesunder Embryo hat erst einmal immer die Anlagen für beide Geschlechter, und zwar in Form von geschlechtsneutralen Keimdrüsen. Wie die Entwicklung dann weitergeht, ist in vielen Fällen abhängig davon, ob der Embryo in seinen Zellen Y-Chromosomen trägt – oder nicht.

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Seit den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts lernen die Wissenschaftler zunehmend, dass Geschlechtshormone schon im ungeborenen Kind wirken und die Entwicklung des Gehirns beeinflussen. Ob Verhaltensweisen, die als typisch männlich oder weiblich wahrgenommen werden, angeboren sind oder erlernt werden, sorgt noch immer für Diskussionen unter Wissenschaftlern. Sicherlich spielen viele Faktoren eine Rolle, die sich gegenseitig beeinflussen: Gene, Erziehung und die Erwartungen der Gesellschaft formen in einem sehr komplizierten Zusammenspiel Männer und Frauen.

 

Das soziale Geschlecht

Neben dem biologischen spielt auch das soziale Geschlecht eine Rolle, wenn es darum geht Frauen und Männer “einzuteilen”. Es beschreibt alle sozialen Aspekte von Geschlecht – zum Beispiel Familienstrukturen, Sozialsystem, Erziehung, Beruf und Einkommen, Beziehungen, Ernährung, körperliche Aktivität – die beeinflussen können, welchen Umweltfaktoren, Erwartungen und gesellschaftlichen Strukturen ein Mensch ausgesetzt ist und wie er sich dementsprechend entwickelt.

Quelle: Heidelberg Uni & Quarks Bericht über Frauen und Männer

Norooz, 19 Jahre, Schüler, Mitgründer von „ Ein Herz für Afghanistan e.V.“

Epigenetik
Die Epigenetik ist ein Fachgebiet der Biologie. Sie beschäftigt sich mit der Frage, welchen Einfluss die Umwelt auf die Gene von Lebewesen hat. Das spiegelt sich auch im Begriff ‚Epigenetik‘ wider. Aus dem Altgriechischen übersetzt bedeutet er so viel wie ‚zusätzlich zur Genetik‘.

Wir sind mehr als die Summe unserer Gene.

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Epigenetische Mechanismen, die durch Umwelteinflüsse wie lang anhaltende traumatische Erlebnisse, Ernährung oder Krankheit verändert werden, nehmen eine wichtige Rolle bei der Steuerung unseres Erbguts ein, indem sie Gene ein- oder ausschalten.

Ein Trauma kann durch Krieg, Verfolgung, langjährige Ausgrenzung und Bedrohung entstehen. Ein Trauma kann vererbt werden, indem es die Eigenschaften der Gene beeinflusst. Damit hat es eine Wirkung auf die Kinder, Enkelkinder und Urenkel des betroffenen Menschen. Eine Ursache von erblichen Traumata ist ein epigenetischer Effekt: Dabei verändert sich nicht die DNA sondern andere Faktoren rund um die DNA, die aber ebenfalls über die Keimbahn weitergegeben werden.

Gen FKBP5 wird in seiner Funktion durch die traumatischen Erlebnisse verändert. Die Veränderung dieses Gens löst vermehrt Depressionen, Angststörungen und posttraumatische Belastungsstörung bei den Nachkommen von Menschen aus, die Verfolgung, Verletzung und Mord erfahren haben.

Ich stamme aus Afghanistan und gehöre zum Volk der Hazara.
Das Volk der Hazara lebt seit vielen Jahrhunderten in Afghanistan und in Regionen des Iran und Pakistan. Wir machten früher mehr als ein Drittel der afghanischen Bevölkerung aus. Auf Grund unserer schiitischen Religion und unserer turko- mongolischen Abstammung werden wir seit mehr als 100 Jahren von Teilen der sunnitischen Mehrheit diskriminiert und verfolgt. Ende des 19. Jahrhunderts wurden 62% der in Afghanistan lebenden Hazara ermordet. Ebenso wurden viele von ihnen 1979 in Gefängnissen ermordet. 1997 töteten die Taliban in Mazar-i-Sharif über 2000 Hazara. Mein Volk ist konstant Verfolgung, Gefährdung und Benachteiligung ausgesetzt, besonders von den Taliban. Die Selbstmordattentate der letzten Jahre, die in Moscheen, Schulen und öffentlichen Plätzen zahlreiche Opfer forderten richteten sich vorwiegend gegen Hazara. Die Bedrohung der Hazara hat sich noch erhöht, seit die Taliban wieder an der Macht sind.

Ich frage: Was macht die Verfolgung meines Volkes mit unseren Genen?
Viele von uns leiden an Angst und Depressionen, auch die, welche schon geflohen sind und schon lange in Deutschland leben.

Wir Hazara sagen:

UNSER STIFT BESIEGT EURE WAFFEN

Das ist unser Leitsatz: Mein Volk sagt Nein zu Waffen- Mein Volk sagt ja zu Wissen und Lernen und so überleben wir.

Mir ist bewusst welche Last mein Volk trägt.

Wenn Ihr die Menschen in Afghanistan unterstützen wollt könnt Ihr Kontakt zu dem Münchner Verein „ein Herz für Afghanistan e. V.“ aufnehmen. Webseite:

WWW.EINHERZFUERAFGHANISTAN.DE

Katinka, 18 Jahre, Abiturientin

Der Schmetterling zeigt die Liebe in zwei Formen

Einerseits besteht der Körper aus Chromosomen, in denen sich die DNA befindet. Daraus bestehen auch wir Menschen.

Hinzukommt, dass auch darin schon der Gefühlszustand der Liebe verankert ist. Die Liebe kann von jedem empfunden werden und löst unter anderem ein Schutzgefühl,Vertrauen und Geborgenheit aus. All dies sind Gefühle, die der Mensch als soziales Wesen zum Überleben braucht, also so wie die Luft zum Atmen.

Wir brauchen sowohl die Liebe als auch unsere Lunge zum überleben.

Andererseits repräsentiert der Schmetterling das Gefühl von « Schmetterlingen im Bauch », wenn man verliebt ist. Dank dem Gefühl der Liebe können Grenzen überschritten werden, alle Unterschiede überwunden werden und ein Zugehörigkeitsgefühl entstehen. Man kann also sagen, dass Liebe über allem steht und jeder dadurch neue Erfahrungen machen kann. Diese persönliche Entwicklung sehe ich in den Blumen, denn auch hier ist keine identisch und jede wächst anders.

Das Gefühl der Liebe ist für uns Menschen überlebensnotwendig.
Es verändert sich aber auch im Laufe des Lebens und beeinflusst somit jedes Individuum.

„Der Mensch ist ein Beziehungswesen, das bedeutet, er kann für sich allein nicht existieren. Er nimmt mit seinen fünf Sinnen Kontakt zur Welt auf und entwickelt sich durch gegenseitige Begegnung und Beziehung mit anderen Menschen. Ein Mangel an Beziehung und Berührung

bringt einen Mangel an emotionaler und auch körperlicher Gesundheit mit sich“
Quelle: ÖGK - Meine Gesundheit

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Artemis, 19 Jahre, FsJ
 

Artemis Kunstwerk stellt die Frage, was wir unserer Erde und uns antun, ob wir uns von vererbten Eigenschaften leiten lassen und wie wir es selbst verändern können.

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Genetik und Epigenetik

Wer bin ich?

Ist schon alles festgelegt und ich muss es nur herausfinden? Oder kann ich selber bestimmen und gestalten?

Thomas Jenuwein: „Die primäre Information, die einen Menschen ausmacht ist natürlich die Gensequenz...“

Die DNA legt die Grundlage für die Ausprägung der Merkmale. Sie beinhaltet die Informationen, die man grob gesagt als Bauplan betrachten kann. Und alle Zellen halten sich an diesen Bauplan.

So stellt man sich doch die Frage: Gibt es hier überhaupt noch Spielraum bestimmte Dinge zu beeinflussen?

„...aber nicht in jeder Zelle sind alle Gene aktiv.“

Ich kann meine DNA-Sequenz nicht verändern, ich kann nicht beeinflussen was meine Gene vorgeben. Aber neben äußeren Umwelteinflüssen kann auch ich, zum Beispiel durch Ernährung und Sport, verändern wie aktiv bestimmte Gene sind und das spielt wiederum unter anderem bei der Anfälligkeit für Krankheiten eine große Rolle. Dadurch nehme ich letztendlich direkten Einfluss auf mich und meine genetischen Veranlagungen.

Mahdi, 21 Jahre, Azubi Bürokaufmann

Ein Quiz zum Thema Vorurteile 

Politiker

Fußballer

Arzt

Krieger

Mörder

Betrüger

Handwerker

Künstler

Banke

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schön

hässlich

dick

dumm

dünn

klug

gierig grausam großzügig nett

böse

arm

reich

fleißig

faul

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Tuba, 19 Jahre, Azubi Zahnarzthelferin.

Tubas großes Interesse galt dem Workshop „meine Ernährung und ich“. Aus den gewonnenen Informationen hat sie ein Kunstwerk erstellt, welches die Bedeutung gesunder und nachhaltig produzierter Nahrungsmittel und die Wechselwirkung zwischen Mensch und Erde darstellt.

Anhand epigenetischer Mechanismen wurde festgestellt das die Aktivität eines Gens an- oder abgeschaltet werden kann. Sie wirken wie Schalter.

Vor diesem Hintergrund kann eine ungesunde Ernährung durch die Aufnahme von bestimmten Enzymen den genetischen Code verändern und dadurch bestimmen, welche Gene aktiviert und welche stummgeschaltet sind. Wenn Ihr auf eine gesunde Ernährung achten, die zum Großteil aus pflanzlichen Nahrungsmitteln besteht, leget ihr den Grundstein, die Gene für die Entstehung von Krankheiten stumm zu schalten.

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Muhsin, 21 Jahre, Azubi Einzelhandel

Wir Menschen haben in unserer

DNA zahlreiche Gemeinsamkeiten.

Mohsen stellt die Frage:

Was macht jede*n von uns einzigartig?

Khaled, 22 Jahre, Verkäufer

 

Wahrheit

 

Khaled denkt über Impfungen nach.

Welche Gerüchte gibt es über sie?

Und was sagen Wissenschaft und Medizin?

Hierzu hat Khaled seine Fragen einem Arzt gestellt

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